Minion RingEine der Fortgeschrittenen Methoden des Indirekt-Grillens ist der Minion Ring.
Dieser erfreut sich immer stärkerer Beliebtheit und gehört zum 1×1 des Smokens.
Ihr könnt euch den Ring wie eine Zündschnur vorstellen, die langsam und gleichmäßig abbrennt.
Mithilfe dieser Methode lässt sich die Temperatur über mehrere Stunden konstant halten, ohne Brennmaterial nachzulegen.
Ich schaffe mit dieser Methode z.B. ca. 12 Stunden eine konstante Temperatur von 110°C in meinem 57cm Kugelgrill.

Wichtig hierbei ist, dass ihr den Ring mit Holzkohlebriketts legt. Briketts daher, weil diese lange und gleichmäßig die Hitze abgeben.
Weiterhin entzünden sich diese durch dass glühen von Nachbarbriketts selbst.
Die Weber Long Lasting Briketts aber haben einen hohen Braunkohleanteil, welcher einerseits die Asche gelb färbt und andererseits bei der Selbstentzündung im Minion Ring stört. Am besten eignet sich nach meinen Versuchen die Profagus Buchenholzbriketts.

 

Nun wie legt man diesen Minion Ring?

Nun zuerst stellt man eine leere Aluminiumschale auf den Kohlerost des Kugelgrills. Nun beginnt man mit Briketts einen zweireihigen Brikettring (die zwei Reihen leicht versetzt) um die Aluminiumschale herum zu legen. Wichtig hierbei ist, dass ihr möglichst gleich große und unbeschädigte Briketts, so dicht wie möglich aneinanderlegt. Es ist sehr wichtig, dass die Briketts sich in jedem Fall berühren, da sie sich ja später selbst gegenseitig entzünden sollen.
Zum Abschluss legt man noch eine Reihe von Briketts flach auf die beiden Halbkreise. Das ganze sollte nun in etwa so, wie auf dem Bild aussehen.
PS: Die Lüftungsschieber eures Kugelgrills sollten vollständig geöffnet sein, damit genügend Luft später an eure lodernden Briketts kommt.

 

Flamme an

Nun nehmt ihr euren Anzündkamin und füllt diesen mit 20 gleichgroßen Briketts. Stopft etwa 3-4 zusammengeknüllte Zeitungspapierseiten zusammen und legt diese unter den Kamin. Nun zündet ihr diesen an und wartet bis die Briketts alle gleich durchgeglüht sind. Dies erkennt ihr an der gleichmäßigen weißen Färbung der Briketts.
Sobald diese durchgeglüht sind, leert ihr diese brennenden Briketts auf die linke oder rechte Startseite eures Rings. Bitte auf keinen Fall beide Seiten zünden, dies sorgt für zu viel Temperatur und wäre Brikettverschwendung, denn ihr könnt die später nicht verbrauchten Briketts wiederverwenden.
Nun wo die lodernden Briketts langsam euren Ring entfachen, könnt ihr heißes Wasser in eure Aluschale gießen.
Dies hat den Vorteil dass eure Briketts nicht ihre Energie verschwenden um das Wasser zu erwärmen.
Nun könnt ihr euren Kugelgrill mit dem Deckel schließen.

 

Einregeln

Ich verwende zum einregeln der Temperatur immer mein Deckelthermometer, sowie ein Funkthermometer, welches die Temperatur auf dem, Grillrost misst.
Dies hat den Hintergrund, dass Hitze nach oben steigt und es daher am Deckel heißer ist als am Grillrost.
Um also ca. 110-120°C auf dem Grillrost zu halten, habe ich meist auf dem Deckelthermometer ca. 140-150°C.
Ich beginne also meistens mit dem Einregeln der Temperatur bei ca. 100°C. Hierzu schließe ich die untere Lüftung bis auf ca. 8mm, dasselbe mache ich am Lüftungsregler am Deckel. Temperaturänderungen werden meist erst nach 10-15 Minuten sichtbar, von daher müsst ihr ein wenig Geduld beweisen.
Wenn ihr die Zieltemperatur erreicht habt, versucht diese ca. 15-20 Minuten zu halten, wenn dies nicht klappt müsst ihr nochmal an den Lüftungsreglern nachjustieren.
Der obere Lüftungsregler gilt hier für die Feinabstimmung und der untere als die Holzhammermethode um die Temperatur zu beeinflussen.
Stellt euch den Kugelgrill mit den Lüftungsreglern als einen Wasserdurchflussregler vor, das hilft zumindest mir.

 

Smoken

Sobald ihr die Temperatur halten konntet, könnt ihr euer Gargut auf den Grillrost legen, so dass es über der Aluminiumschale liegt.
Am besten steckt ihr zur Überwachung ein Funkthermometer in das Gargut. So habt ihr Deckel-, Grillrost- und Garguttemperatur immer im Blick.
Gute Thermometer warnen akustisch wenn die Temperatur zu hoch steigen, oder zu tief fallen sollte. Weiterhin zeigen diese an, wenn das Gargut die Kerntemperatur erreicht hat und nun verzehrfertig ist. Nach dem Garen legt ihr euer Gargut in Alufolie und lasst es nochmal ca. 10 Minuten ruhen, damit der Fleischsaft im Fleisch zur Ruhe kommt.
Glaubt mir das Ergebnis lässt sich sehen.